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Bindungsdiagnostik

Einführung  Bindungsdiagnostik

"Im Familien-Hilfe-Zentrum Weidenkorb wird dem Thema Bindung besondere Bedeutung beigemessen. Für Kinder mit einem unsicheren, oft auch desorganisierten Bindungsmuster bilden korrigierende Bindungserfahrungen einen maßgeblichen Anteil daran, dass diese Kinder die Chance zur gesellschaftlichen Teilhabe erlangen."
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Die Voraussetzung hierfür besteht einerseits in einer fundierten Bindungsdiagnostik, andererseits in umfassender Schulung der PädagogInnen und (potentiellen) Bindungspersonen. Hilfreich ist für die Pädagog/innen auch ein Bewusstsein über eigene Bindungserfahrungen, um Übertragungen, die auf dem Hintergrund der eigenen Kindheitserfahrungen ausgelöst werden, achtsam und konstruktiv zu begegnen.“

Wir orientieren uns an diagnostischen Verfahren, die es ermöglichen,  die Bindungsstrategien von Kindern und Jugendlichen ihrem Alter entsprechend zu bewerten. Für Kinder von 5 bis 8 Jahren stützen wir uns auf das „Geschichtenergänzungsverfahren GEV-B“ von Gabriele Gloger-Tippelt und Lilith König[1]. „Im Spiel“ können die Kinder hier zeigen, welche Vorstellungen sie zur Lösung verschiedener Bindungsthemen haben.

Für ältere Kinder und Jugendliche von 8 bis 16 Jahren sammeln wir Erfahrungen  mit dem „Bindungsinterview für die Späte Kindheit (BISK)[2]“ und dem „Child Attachment Interview (CAI)[3].“ Beides sind halbstrukturierte Interviewverfahren, mit denen die Erwartungen, die Kinder und Jugendliche in Bezug auf ihre Bindungspersonen haben, erfragt werden. Anhand ihrer Bewertungsmuster können Rückschlüsse auf ihre Bindungserfahrungen getroffen werden.

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Ablauf der Verfahren:

  1. Durchführung des  jeweiligen diagnostischen Verfahrens in den Räumen der traumpädagogischen Praxis  im 1:1-Kontakt (Tonträger)
  2. Auswertung mit Verfassen eines internen Berichtes
  3. Rückmeldung der Diagnose an die / den Verantwortliche(n) Erwachsene(n) und vorläufige Überprüfung mit den Beobachtungen aus dem pädagogischen Alltag mit dem Kind
  4. Dreimaliges Ausfüllen eines standardisierten Beobachtungsbogens durch die Verantwortliche Erwachsene des Kindes im internen Dokumentationssystem QMC
  5. Abschluss der Diagnostik bei Übereinstimmung bzw. Rücksprache bei Unvereinbarkeiten

Quellenangaben
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[1]Gabriele Gloger-Tippelt & Lilith König: Bindung in der mittleren Kindheit - Das Geschichtenergänzungsverfahren zur Bindung 5- bis 8-jähriger Kinder (GEV-B) 1. Auflage, Weinheim, Basel: Beltz PVU 2009

[2] Peter Zimmermann & Hermann Scheurer-Englisch: Das Bindungsinterview für die Späte Kindheit (BISK) in: Hermann Scheurer-Englisch, Gerhard J. Suess, Walter-Karl P. Pfeifer: Wege zur Sicherheit – Bindungswissen in Diagnostik und Intervention Gießen: Psychosozial-Verlag 2003, S. 241 - 276

[3] Shmueli Goetz, Yael; Target, Mary; Fonagy, Peter; Datta, Adrian: The child attachment interview: Coding and Classification Manual, The Sub-Department of Clinical Health Psychology, University College London, Gower Street, London WC1E 6BT, United Kingdom

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